MS und Stress

...wie die Psyche den Krankheitsverlauf beeinflusst

Der Zusammenhang zwischen Körper und Geist ist in der ayurvedischen Heilkunst und der Traditionellen Chinesischen Medizin schon lange bekannt. Im 21. Jahrhundert erklärt die Psychoneuroimmunologie (PNI) die Zusammenhänge zwischen dem Nerven-, Hormon- und Immunsystem auf der biochemischen Ebene. Die drei genannten Systeme stehen miteinander in Verbindung und sie beeinflussen sich permanent gegenseitig.1 Ist die Psyche angeschlagen hat das also Auswirkungen auf die Funktion aller Zellen im Körper.

Das Immunsystem wird normalerweise immer dann aktiviert, wenn fremde Stoffe (Bakterien, Viren, …) in den Körper eindringen. Durch die Abwehrreaktion des Immunsystems entsteht physiologischerweise eine Entzündungsreaktion. Diese klingt nach der erfolgreichen Beseitigung des Eindringlings wieder ab. Bei der Multiplen Sklerose unterscheidet das Immunsystem nicht mehr richtig zwischen körpereigen und körperfremd, es greift die Myelinscheiden der Nervenzellen an und erzeugt dort eine andauernde chronische Entzündung. Wenn wir gestresst sind werden die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol vermehrt gebildet. Diese beeinflussen die Funktion des Immunsystems, was im Falle der MS die chronische Entzündung an den Nerven noch verstärken kann. Passend dazu berichten MS-Patienten häufig von einer subjektiven Verschlechterung der Symptome nach einem Stressereignis. Im MRT zeigt sich nach solch einem Ereignis auch eine Zunahme von Entzündungsherden2-3

Die Frage, ob die Psyche und gerade psychischer Stress eine Rolle bei dem Verlauf der Multiplen Sklerose hat, lässt sich eindeutig mit „Ja“ beantworten. Vor diesem Hintergrund ist das aktive Reduzieren von Stress ein essentieller Bestandteil der ganzheitlichen Therapie der Multiplen Sklerose. Die Mitarbeit des Betroffenen ist dabei entscheidend. Denn neben Entspannungsübungen, wie Meditation, Yoga oder Tai-Chi, ist es wichtig, dass persönliche Stressbelastungen (aus Beruf, Familie, Verpflichtungen, Zeitdruck, Elektrosmog, Bewegungs- und Schlafmangel) reduziert werden.

  1. Christian Schubert (Hrsg.), Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, 2. Auflage Stuttgart 2015
  2. Artemidias AK et al. Neuroepidemiology 2011; 36: 109-120 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21335982https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21335982
  3. Mohr Dc et al. BMJ 2004; 328: 731 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15033880

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